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Inhalt:

In einer regnerischen Nacht kommt bei einem Autounfall Miriam Erdmann ums Leben. Ihre Tochter Sabrina überlebt schwerverletzt und ist seitdem an den Rollstuhl gefesselt.

Fast genau fünf Jahre später wird eine skelettierte Leiche in einem Waldstück bei Harsefeld gefunden. Bei der Toten handelt es sich um Barbara Schulte, die zwei Jahre zuvor spurlos verschwunden war.

Die Ermittlungen der Kripo Stade bleiben zunächst erfolglos, doch schon nach drei Tagen wird die schrecklich zugerichtete Leiche des Inhabers einer Kfz-Werkstatt gefunden.

Kommissar Cem Kayaoglu von der Stader Kripo muss sich zunächst allein mit dem Fall beschäftigen, weil seine Chefin Ilka Hansen nach Ligurien gereist ist. Als die Oberkommissarin zurückkehrt, ist der Fall noch lange nicht gelöst.

Michael Romahn:
Mörderische Geest
 

Broschiert: 315 Seiten
Verlag: Medien Contor Elbe; Auflage: 1 (01. November 2016)
ISBN: 978-3-938097-3

zu beziehen unter:
MCE-Verlag oder im Buchhandel

Leseprobe

Prolog

An einem Herbsttag vor 5 Jahren

Miriam Erdmann wurde unruhig. Seit einer Viertelstunde regnete es in Strömen. Normalerweise kannte sie die Landstraße in Richtung Harsefeld in- und auswendig. Doch an diesem Abend war alles anders. Die Bäume am Straßenrand verschwanden beinahe völlig hinter einem dichten Regenschleier. Das feuchte Laub bedeckte den nassen Asphalt, und der Regen klatschte so stark gegen die Frontscheibe, dass die Scheibenwischer nicht mehr dagegen ankamen. Sie kurbelte das Seitenfenster ein kleines Stück herunter, um ein wenig frische Luft zu schnappen, aber sie schloss es sofort wieder, weil der böige Wind den Regen ins Innere des Wagens trieb.

„Wir sollten das öfter machen“, sagte ihre Tochter Sabrina in das Schweigen hinein. „Ein Abend nur für uns.“
„Ja, das finde ich auch“, antwortete ihre Mutter, ohne den Blick von der Straße zu wenden. „Wir haben viel zu lange damit gewartet.“
„Hat sich Papa schon gemeldet?“
„Ja, er wird morgen früh in Hamburg landen.“

„Stört es dich nicht, dass er so selten zu Hause ist?“ Vor einer Woche war ihr Vater nach Kanada geflogen, um in Saskatchewan einige Betriebe zu besichtigen, die Futtererbsen anbauten. Es gehörte zu seinem Job, eine Art Kontaktpflege, wie er es nannte. Er hasste es, am Telefon oder per E-Mail mit Leuten zu kommunizieren, die er noch nie zuvor gesehen hatte.

„Ich habe mich daran gewöhnt“, antwortete Miriam. „In der Zeit, als wir uns kennen lernten, bin ich ihm manchmal hinterher geflogen, damit wir ein paar Stunden zusammen sein konnten. Später sind wir oft umgezogen, aber an keinem dieser Orte war ich jemals glücklich. Immer dann, wenn ich begann, mich heimisch zu fühlen, zogen wir auch schon wieder fort.“

„Und was passierte dann?“ wollte Sabrina wissen.
„Ich habe das ein halbes Jahr lang mitgemacht“, antwortete ihre Mutter, während die schwachen Scheinwerfer eines Autos vor ihr am Horizont auftauchten. „Aber dann habe ich deinen Vater vor die Wahl gestellt. Ich hatte einfach keine Lust mehr, ihm nachzureisen und unsere Treffen von seinem Terminkalender abhängig zu machen.“

„Wie hat Papa darauf reagiert?“
Ein Lächeln huschte über das Gesicht ihrer Mutter. „Anfangs hat er sich noch geziert, aber dann fing er an, seine Termine so zu legen, dass wir länger an einem Ort bleiben konnten. Es war zwar immer noch nicht das perfekte Leben, wonach ich mich sehnte, aber es war immerhin ein Anfang.“
„Hättest du Papa wirklich verlassen, wenn er sich nicht darauf eingelassen hätte?“

Miriam zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung, aber ich bin heute noch froh, dass ich diese Entscheidung damals nicht treffen musste.“
Sabrina lächelte. „Auf jeden Fall musst du sehr überzeugend gewesen sein, sonst hätte er nicht alles für dich aufgegeben.“
„Es hat schon eine Weile gedauert“, gab ihre Mutter zu. „Aber schließlich hat er es doch eingesehen.“

Miriam Erdmann warf einen kurzen Blick in den Rückspiegel und schüttelte verärgert den Kopf. „Wie nah will der Typ noch auffahren?“ Sie drosselte das Tempo, in der Hoffnung, dass das Fahrzeug hinter ihr ebenfalls langsamer werden würde. Doch es kam immer näher, und anscheinend dachte der Fahrer nicht daran, abzublenden.

„Verdammter Idiot!“, stieß sie hervor und stemmte sich gegen das Lenkrad. Sie presste die Lippen zusammen, als sie sah, dass der Fahrer den Blinker setzte und mit einer heftigen Lenkbewegung auf die linke Fahrbahn ausscherte.

Miriam wandte ihren Blick wieder nach vorn, zu der Kuppe, die geradewegs in den Himmel zu führen schien. Das Scheinwerferlicht des entgegen kommenden Autos verschwand kurz in einer Senke, und dann, wie aus dem Nichts, tauchte es so hell und gleißend wieder vor ihr auf, dass es in ihren Augen schmerzte. Sie drückte ihren Körper in den Fahrersitz und versuchte sich an der weißen, durchgezogenen Mittellinie der Straße zu orientieren, die bis zur Kuppe führte und irgendwo dahinter in der Dunkelheit zu enden schien.

„Mama, brems!“, schrie Sabrina, als sie erkannte, dass die beiden Fahrzeuge direkt aufeinander zufuhren. „Das schaffen die nie!“ In diesem Moment trat Sabrinas Mutter das Bremspedal voll durch. Instinktiv riss sie das Lenkrad herum. Sie spürte nur noch, wie das Heck ausbrach und auf dem glitschigen Laub herumwirbelte. Die Reifen quietschten, als das Auto auf die andere Straßenseite geschleudert wurde.

Im nächsten Augenblick folgte ein ohrenbetäubender Knall von zerreißendem Metall. Das letzte Geräusch, das Miriam Erdmann bewusst wahrnahm, war der spitze Schrei ihrer Tochter. Sie wurde nach vorn und dann vom auslösenden Airbag wieder zurückgeschleudert. Splitter der zerbrochenen Frontscheibe flogen durch die Luft, bevor eine unheimliche Stille eintrat. Danach bewegte sich nichts mehr. Weder Miriam noch ihre Tochter bekamen mit, dass die beiden Fahrzeuge den Unfall gerade noch vermieden hatten und in die entgegengesetzte Richtung davonfuhren, als wäre nichts gewesen.

Als Sabrina wieder zur Besinnung kam, war nur das leise Zischen des überhitzten Kühlers zu hören. Als sie die Augen öffnete, sah sie vor sich den Eichenstamm, der sich bis zur Hälfte in den Motorblock geschoben hatte. Rauch stieg auf, zog ins Innere des Wagens und schnürte ihr die Kehle zu. Es dauerte einige Sekunden, bevor sie begriff, was gerade geschehen war. Sie bekam kaum noch Luft.

Ich muss hier raus, schoss es ihr durch den Kopf, irgendwie. Schweiß brannte in ihren Augen. Sie wollte sich aufrappeln, doch die Beine versagten ihren Dienst. Von einer Sekunde auf die nächste spürte sie einen stechenden Schmerz, als würde ein Stromschlag durch ihren Körper jagen.

Ihr Kopf dröhnte. Sie musste sich übergeben. In ihrem Mund breitete sich ein säuerlicher Geschmack aus, dann erst entdeckte sie ihre Mutter. Sie saß immer noch hinter dem Steuer. Überall lag zersplittertes Glas, und es roch nach Benzin. Aus einer klaffenden Wunde an der Schläfe strömte Blut über das Gesicht ihrer Mutter. Tränen stiegen Sabrina in die Augen.

„Mama!“ schrie sie. „Mama, sag doch was!“ Sabrina strich über die blutverschmierte Wange ihrer Mutter. Doch Miriam Erdmann antwortete nicht.
Ihre Augen waren geschlossen, der Kopf seltsam zur Seite gedreht. Sie sah aus, als würde sie schlafen, wenn da nicht das viele Blut wäre, das in feinen Rinnsalen aus der Wunde über ihr Gesicht lief. Der Anblick ihrer Mutter brachte sie beinahe um den Verstand. Sabrina suchte nach ihrem Handy, fand es im Fußraum und griff danach.

„Scheiße“, fluchte sie. „Verdammte Scheiße!“ Mit zitternden Händen starrte sie auf das zerstörte Display. Sabrina warf das Handy weg, schaute sich verzweifelt um. Die Beifahrertür stand einen Spalt breit offen. Sabrina stieß sie auf. Ein kalter Windzug fegte ihr entgegen.

Sie versuchte sich zu konzentrieren, an nichts anderes zu denken, als in diesem Moment ihr Körpergewicht zu verlagern und aufzustehen. Doch die Beine gehorchten ihr nicht. Kalter Schweiß trat ihr auf die Stirn. Es war nicht der Schmerz, der sie verzweifeln ließ, sondern das Gefühl der Hilflosigkeit. Dann wurde ihr schwarz vor Augen, als würde das Leben ganz langsam aus ihrem Körper weichen.

                                 

Inhalt:

Eine junge Frau wird tot im Harsefelder Klosterpark gefunden. Sie wurde erwürgt und ins Dickicht geworfen. Lange bleibt ihre Identität unklar. Erst durch einen anonymen Anruf erfährt die Kripo, dass es sich bei der Toten um Krystyna Janowska handelt eine polnische Erntehelferin, die ganz in der Nähe des Tatorts auf einem Bauernhof arbeitete. Kaum haben Oberkommissarin Ilka Hansen und ihr Team mit den Ermittlungen begonnen, geschieht ein 2. Mord. Eine männliche Leiche wird mit einer klaffenden Wunde am Hinterkopf ans Elbufer gespült. Die Suche nach dem oder die Täter führen Ilka, Cem und ihr neuen Kollegen Kai Lohmeyer immer weiter in ein undurchdringlich erscheinendes Labyrinth aus Korruption und Habgier.

 

 

Michael Romahn:
Die Tote im Klosterpark
 

Broschiert: 267 Seiten
Verlag: Medien Contor Elbe; Auflage: 1 (01. November 2014)
ISBN-13: 978-3-938097-3

zu beziehen unter:
MCE-Verlag oder im Buchhandel

Leseprobe:

Auszug aus Kapitel 1

Sonntag, 19. Mai 2013:

„Wir bekommen ein Kind“, sagte sie leise.

„Ich bin in der fünften Woche.“ Der Gedanke,

dass er sie verlassen könnte, war schier unerträglich.

Wie konnte er ihr das nur antun, nach all dem,

was zwischen ihnen geschehen war, jetzt, wo sein

Kind in ihrem Bauch heran wuchs? 
Er zog ruckartig die Hand weg, biss die Zähne

aufeinander, um ja kein falsches Wort von sich zu

geben. Wie konnte sie nur so naiv sein zu glauben,

dass mit einem Kind alle Probleme gelöst wären?

Seine Augen fixierten einen Punkt in der Ferne, irgendwo im Dickicht.
Sie schlang die Arme um seinen Nacken,

wollte ihn küssen, doch er stieß sie von sich.

Verletzt wandte Krystyna sich von ihm ab.

Sie wagte kaum zu atmen. Ihre Hände krampften

sich um eine Querstrebe des Geländers.

„Es ist unser Kind”, flüsterte sie. Sie spürte,

wie ihre Augen feucht wurden und eine Träne

ihre Wange hinab lief. „Und ich werde dieses Kind

nicht wegmachen lassen!“ 
„Es ist nicht unser Kind“, sagte er. „Das war nicht

abgemacht, Krystyna.“ Seine Stimme klang

unwirklich, wie ein fernes Echo. Als er es sagte,

fühlte sie sich wie vor den Kopf geschlagen.

Alles um sie herum begann, sich aufzulösen,

die Konturen der Sträucher und Bäume vermischten

sich vor ihren Augen. Wieder kamen ihr die Tränen.

Sie wischte sie sich mit dem Handrücken ab.

Mit einer flüchtigen Bewegung strich sie eine

Haarsträhne hinter ihr Ohr. Sie konnte nicht sehen,

wie er ein Paar Lederhandschuhe hervorzog und

lautlos überstreifte. Er schloss für Sekunden die

Augen, dann legten sich seine Hände um ihren Hals.

Er drückte zu; immer fester und fester.

Sie rang nach Atem, versuchte, sich loszureißen.

Ihr Herz schlug wild in ihrer Brust. Sie spürte,

wie das Blut durch ihre Adern strömte. Ihre Lippen

zitterten. Sie versuchte zu schreien, ruderte wild

mit den Armen. Sie spürte seinen heißen Atem

in ihrem Nacken. Natürlich wusste sie, dass sie

kaum eine Chance hatte, dennoch nahm sie allen

Mut zusammen, um sich aus der Umklammerung

zu lösen. Ihre Augen weiteten sich. Sie riss instinktiv

die Arme hoch, versuchte verzweifelt, ihre Finger

zwischen seine Hände und ihre Haut zu bekommen,

um den Druck gegen die Luftröhre zu verringern.

Doch es gelang ihr nicht.

Noch einmal versuchte sie, alle Kräfte zu

mobilisieren, die sie noch hatte, und trat

 ihrem Widersacher mit der Hacke so fest gegen

das Schienbein, wie sie nur konnte. Es war mehr

ein Reflex aus der Angst heraus, elendig zu

ersticken. Er stieß einen unnatürlichen Schrei

aus, taumelte einen Schritt zurück und zog

Krystyna mit sich. Sie prallten gegen das

Holzgeländer. Ein heftiger Schmerz durchfuhr

ihren Körper. Für einen winzigen Moment ließ

der Druck nach, doch sie kam nicht dazu, Luft

zu holen. Er stieß sie wieder nach vorn, presste

ihren Körper ans Holzgeländer und drückte mit

noch größerer Kraft zu. Krystyna zitterte am

ganzen Leib, versuchte zu schreien, doch

mehr als ein Röcheln brachte sie nicht hervor.

Schweiß trat ihm auf die Stirn. Er atmete schwer,

den Blick starr nach vorn gerichtet. Ein letztes

Mal bäumte sich ihr Körper auf, dann verlor

sie das Bewusstsein. Sein Schatten, der noch

einen Wimpernschlag lang über ihr lag, wich

zur Seite, vermischte sich mit der Dunkelheit.

Gleichzeitig kehrte Totenstille ein. 


 

 

 

Inhalt:

Die Hauptrollen in diesem Krimi spielen Oberkommissarin Ilka Hansen und ihr türkischer Kollege Cem Kayaoğlu. In ihrem ersten Fall werden sie zu einem abgebrannten Lagerschuppen gerufen, in dem die verkohlte Leiche von Marion Wolff gefunden wurde. Als dann noch der Anwalt Axel Steinberger tot im Fischteich aufgefunden wird, stehen Ilka und Cem zunächst vor einem Rätsel. Schnell fällt der Verdacht auf den eiskalt wirkenden Dennis Höfer. Er saß wegen Mordes an seiner Frau zehn Jahre im Gefängnis und war erst zwei Tage vor dem Brand wieder nach Stade zurückgekehrt. Als Ilka und Cem dann noch herausfinden, dass die Toten Marion Wolff und Axel Steinberger mit verantwortlich an der Verurteilung von Dennis Höfer waren, scheint der Fall gelöst zu sein. Doch die Wahrheit ist eine ganz andere ...

 

Michael Romahn:
Tod im Auetal
 

Broschiert: 232 Seiten
Verlag: Medien Contor Elbe; Auflage: 1 (30. November 2012)
ISBN-10: 3938097280
ISBN-13: 978-3938097281

zu beziehen unter:
www.amazon.de, oder im Buchhandel

Leseprobe:

Freitagabend, 20. Oktober

Ilka musste husten. Der Qualm brannte sich mit jedem Atemzug in ihre Lungen, ließ ihre Augen tränen. Thomas Leitner, der Chef der Spurensicherung, trat neben sie und reichte ihr einen Mundschutz. Eine Windböe trieb heiße Luft in ihr Gesicht. Asche wirbelte auf.

„Danke Thomas“, sagte sie mit einem gequälten Lächeln. „Habt ihr schon was gefunden?“

Thomas Leitner hielt eine Plastiktüte hoch.

„Diesen Stein haben wir am Waldrand gefunden. Es könnte die Tatwaffe sein.“ Ilka nahm die Tüte an sich und warf einen kurzen Blick auf die Blutspuren am Stein.

„Das Opfer wurde mit ziemlicher Sicherheit nicht im Schuppen erschlagen“, fuhr Thomas fort. „Wir haben Schleifspuren gefunden, die direkt zum Wald führen.“

Ilka drehte sich um. Der Wald bestand aus einer Mischung aus Kiefern, Eichen und Buchen, und war von schmalen Wegen durchzogen, auf denen sich tagsüber Jogger und Spaziergänger tummelten. Er grenzte direkt an das Land des Bauern. Links das Maisfeld und rechts die Weide, auf der seine Kühe grasten. Genau dazwischen stand noch bis gestern der Heuschuppen.

Ilka schaute zu den Männern in weißen Papieranzügen, die sich Stück für Stück durch die Asche kämpften. Hin und wieder steckten sie ein nummeriertes Täfelchen in die verbrannte Erde.

„Sonst noch was?“, wollte Ilka wissen.

„Nicht viel. Bei so einer Hitzeentwicklung bleibt nicht viel übrig.“ Er beugte sich über seinen Koffer und hielt Ilka ein weiteres Beweismittel entgegen.

„Diese metallischen Überreste stammen nach meinen bisherigen Erkenntnissen von einem Handy. Da ist nichts mehr zu holen.“

„Kannst du schon etwas über die Brandursache sagen?“ Thomas hob unschlüssig die Schultern.

„Vermutlich Brandstiftung“, antwortete er und wischte sich mit dem Ärmel über das mit Ruß beschmierte Gesicht. „Da wollte wohl einer auf Nummer sicher gehen. Ich schicke dir den Bericht zu, sobald wir alles ausgewertet haben.“

„Ja, danke.“ Ilka ging um die glühenden Reste herum und blieb neben einem Feuerwehrmann stehen.

„Wisst ihr, wer euch informiert hat?“
Mit einem Nicken wies er auf eine zusammengesunkene Gestalt, die ein paar Meter weiter auf dem Boden hockte. „Hannes Lohmann! Soviel ich weiß ist er der Bauer, dem die Scheune gehört.“

„Wann war das?“

„Den Notruf bekamen wir kurz nach zwanzig Uhr. Wir sind sofort losgefahren, aber da war nichts mehr zu machen.“

Ein übler Gestank schlug ihr entgegen. Der aufkommende Wind schob schwarze Rauchschwaden über das Land. Die Erde war bedeckt mit Pfützen aus schwarzem, vom Ruß gefärbtem Löschwasser. Von dem Schuppen waren nur noch glühende Holzreste und das zersplitterte Glas der Fensterscheiben übrig geblieben. Ilka wandte sich von der Glut ab und lief auf Dr. Anna Beringer zu.

„Hallo Anna. Schon etwas herausbekommen?“ Die Pathologin machte noch ein letztes Foto und zog das Leichentuch über den Kopf des Brandopfers.

„Nein, nicht wirklich. Der Körper ist derart verbrannt, dass ich nicht einmal sagen kann, ob es sich um eine Frau oder einen Mannes handelt. Ich lasse die Leiche zur Obduktion in die Pathologie bringen. Ohne DNA-Analyse kommen wir da nicht weiter. Vielleicht weiß ich morgen schon ein bisschen mehr.“ 

Der Geruch von verbranntem Fleisch stieg Ilka in die Nase. Sie unterdrückte einen Fluch.

Inhalt:

Nach der Vergewaltigung durch einen der einflussreichen Hernández-Brüder, bei der dieser durch ihre heftige Gegenwehr ums Leben kommt, flüchtet María aus Chihuahua auf abenteuerliche Weise über den Rio Grande in die USA. In ihrer Heimat Mexiko, in der nur Reichtum und Macht zählen, hätte man ihr, dem Mädchen aus armen Verhältnissen, den Tod von Hernández als Mord angelastet. In New Orleans findet sie Arbeit und eine neue Heimat.

In der Stadt des Blues und Jazz, der Glücksucher und gescheiterten Existenzen, begegnet sie Frank. Auch er sucht nach einer trostlosen Kindheit im Süden Louisianas in New Orleans sein Glück. Nur zögernd fasst María Vertrauen zu ihm. Ausgerechnet in dem Augenblick, wo beider Glück zum Greifen nah ist, droht Mariá’s Vergangenheit noch einmal alles zu zerstören.

Lassen Sie sich mitnehmen in das fröhlich wehmütige French Quarter New Orleans. Erleben sie Frankies und Marías behutsame Annäherung und begleiten Sie María in die geheimnisvollen Sümpfe der Bayous, wo in einem dramatischen Finale die Entscheidung fällt.

 

Michael Romahn:
Entscheidung in den Bayous
(C.M. Brendle-Verlag)

zu beziehen unter:
www.amazon.de, oder im Buchhandel

ISBN 978-3-9812497-1-2        

Leseprobe


Die Gasse mündete in einen menschenleeren Platz. María ging schnell über den sandigen, von Kieselsteinen durchsetzten, Boden. Die Miethäuser auf der gegenüberliegenden Seite sahen im fahlen Mondlicht wie viereckige, aneinander gereihte Container aus. Davor standen vereinzelt Steinbänke, manchmal überwuchert von Büschen und kargen Rosensträuchern. In diesen Teil der Stadt verirrten sich nur wenige. Nicht einmal ein Viertel der Wohnungen war bewohnt. Bis auf das Zentrum, in dem eine trügerische Heiterkeit herrschte, war es ein seelenloser Ort, in dem sich niemand um den anderen kümmerte.

Plötzlich tauchte eine schwarze Gestalt wie aus dem Nichts vor ihr auf. María erstarrte. Sie spürte eine kräftige Hand auf ihrem Mund, die sie, den anderen Arm um ihren Hals gepresst, in das Dornengestrüpp zerrte. Für einen kurzen Augenblick, spiegelte sich Hernández’ Siegelring im Mondlicht. Er warf sie mit einem Ruck zu Boden. Dornen bohrten sich wie Nadeln in ihre Haut. María wagte nicht zu atmen. An seinen Schläfen quollen dicke Adern gegen die Haut. Er schwitzte, sein Gesicht war eine feucht glänzende Grimasse.

Als er sich keuchend auf ihren Körper presste, schlug ihr der Geruch seines Atems ins Gesicht. In ihrer Benommenheit nahm sie kaum noch etwas wahr. ...

 

Michael Romahn:
Am Ufer der Großen Seen

284 Seiten, zu beziehen unter:
www.amazon.de, oder im Buchhandel

ISBN3-426-62191-6

Leseprobe

Inhalt:

In der Nacht vor ihrer Hochzeit verlässt Sarah Hals über Kopf New York. Gerade noch rechtzeitig hat sie erkannt, dass ihr Bräutigam nicht der Mann ihres Lebens ist. Mit hunderttausend Dollar in der Tasche, die sie von seinem Konto entwendet hat, will sie einen Neuanfang wagen. In einer kleinen Bar im verregneten Buffalo begegnet sie Lenny Hyde, der seinerseits mit einem 57er Chevy und seinem Labrador an jenen Ort zurückkehren will, wo er einst so glücklich war; an den Ufern der Großen Seen. Nur ein paar Briefe sind ihm von seiner großen Liebe Christine geblieben und die furchtbaren Alpträume, in denen er Christines Cessna über dem Lake Superior explodieren sieht.
Gemeinsam beginnt das ungleiche Paar Sarah und Lenny eine abenteuerliche Reise, die sie immer weiter in die einsamen Landschaften der großen Seen von Ohio und Michigan bis hinauf zur kanadischen Grenze führt.
Sie übernachten in billigen Motels, werden ausgeraubt, geraten in eine Straßensperre, und werden von Sarahs Bräutigam verfolgt. Sie hängen ihren unerfüllten Träumen und schmerzvollen Erinnerungen nach und öffnen sich ganz allmählich zarten Gefühlen füreinander. Doch über ihr unerwartetes Glück fällt ein tiefer Schatten, denn Lenny ist todkrank. In der kurzen Zeit, die ihm noch bleibt, hat er einen letzten Wunsch: Er möchte noch einmal nach Manitoulin Island fahren, jene Insel im Lake Huron, wo er sterben will. Verzweifelt kämpft Sarah um sein Leben und ihre Liebe.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Michael Romahn:
Rückkehr nach Campbell River

322 Seiten, zu beziehen unter:
www.amazon.de, oder im Buchhandel

ISBN3-426-62571-7

Leseprobe

Inhalt:

 San Francisco, August 1999: Auf einer Bank vor der Golden Gate Bridge wird ein alter, verwahrloster Mann aufgegriffen. Da er weder seinen Namen noch seine Herkunft preisgibt, steckt man ihn in ein Heim, wo der Pfleger Tom die ersten Symptome der Alzheimer Krankheit an ihm bemerkt. Langsam gelingt es Tom, dass Vertrauen des alten Mannes zu gewinnen, und allmählich bricht dieser sein Schweigen. Tom dringt mehr und mehr in die dunkle Vergangenheit des Mannes ein und überredet ihn, nach Campbell River zurückzukehren, wo er vor 36 Jahren seine große Liebe verlassen hatte.

Campbell River, August 1963: Nach dem Tod ihres Freundes Danny verlässt Norma ihre Heimat Vancouver Island und flieht nach Kenia, wo sie als Krankenschwester in einer Mission arbeitet. Als ihr Vater im Sterben liegt kehrt sie zurück. Doch sie kommt zu spät. Ihr Vater, der ihr über all die Jahre mit Distanz und Hartherzigkeit  gegenübergetreten war, hatte Selbstmord begangen. An Bord seines Fischerbootes, der Antonia, findet Norma Aufzeichnungen und Briefe, die ihren Vater plötzlich in einem anderen Licht erscheinen lassen. Sie ist fasziniert von seiner tiefen Liebe zu den Walen und dem unendlichen Ozean. Als sie erfährt, daß ihr arbeitsscheuer Bruder Frank hinter dem Rücken ihrer Mutter das Elternhaus und das Schiff verkaufen will, um seine verschuldete Autowerkstatt zu retten, beschließt Norma, entgegen ihrer ursprünglichen Absicht zu bleiben, die Antonia umzubauen und Touristen zu den Walen aufs Meer hinauszufahren.

Eines Abends trifft sie den verschlossenen Fotografen Brian Davis auf dem Pier. Seine Frau Helen ist bei einer Bootstour ums Leben gekommen, und als kurz danach das Sorgerecht für ihre gemeinsame Tochter Laura Helens Eltern zugesprochen wird, zieht er sich in die Einsamkeit des Sarita River zurück. Nach anfänglicher Distanz beginnen Norma und Brian einander zu vertrauen und zu lieben. Ein Einbruch ins Bootshaus jedoch wirft die ersten Schatten auf ihr unerwartetes Glück. Und als ein paar Tage später die Antonia, durch einen mysteriösen Maschinenschaden manövrierunfähig in einen Sturm gerät, kommt es beinahe zur Katastrophe.

San Francisco, September 1999:  Als alter, gebrochener Mann kehrt Brian Davis schließlich zusammen mit seinem Pfleger Tom an die Westküste Kanadas zu. Er weiß, daß ihm nur noch wenig Zeit bleibt, den Kreis seines Lebens zu schließen und als Campbell River vor ihnen liegt, wächst die Angst vor dem Wiedersehen mit Norma ins Unerträgliche.